Archiv für Juli 2013

Gedenken am 9. August 70. Todestag


Entwurfsskizze zur Gedenktafel (1995) der Bildhauerin Angela Laich

Die Initiative zum Jägerstätter-Gedenken vom 70. Hinrichtungs- und Todestag in Berlin und Brandenburg ging von der Gedenktafelinitiaitve Franz Jägerstätter aus.

Die Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand:
Besser die Hände als der Wille gefesselt“. Franz Jägerstätter. Kriegsdienstverweigerer aus christlicher Überzeugung
ist ein weiterer Beitrag von uns als Umrahmung der beiden Veranstaltungen. Ausführliches hier

In Berlin
am Do., den 8.8.2013 um 19:30 Uhr

Vortrag: Franz & Franziska Jägerstätter – Zur Rezeption zweier Unbequemer von der Jägerstätter Biografin Dr. Erna Putz.
Ort: im Österreichisches Kulturforum in Berlin, Stauffenbergstr. 1 in 10785 Berlin
ÖPNV: unweit U+S Bahn Potsdamer Platz + diverse Bus)
Um Anmeldung wird gebeten.
hier mehr dazu bzw. telefonisch unter 030 20287-114

In Brandenburg/Havel

Gedenkfeier am Freitag, den 9. August 2013

Gedenkstätte im Zuchthaus Brandenburg Görden
Um 15:30 (Pünktlich, gemeinsamer Einlass zum Gedenkort)
Treffen vor der Justizvollzugsanstalt Brandenburg, Anton-Saefkow-Allee 22, 14772 Brandenburg/Havel.
18.00 Uhr
Heilige Messe im Gedenken an den seligen Franz Jägerstätter in der Kirche „Hl. Dreifaltigkeit“, Brandenburg an der Havel, Neustädtische Heidestr. 25
Pfarrer Richard Rupprecht, Werder/Havel
19.30 Uhr
Im Gemeindesaal der Kirchengemeinde „Hl. Dreifaltigkeit“ Vortrag von Dr. Erna Putz: Franz und Franziska Jägerstätter – Zum Wachsen und Werden einer Entscheidung

Ausführliche Informationen zu den Veranstaltungen, Treffpunkte, Anfahrt von Berlin etc. mehr hier:

Einladung der Stiftung Brandenburgsiche Gedenkstätten download hier

Pressemitteilung der Gedenktafelinitiative hier
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Jägerstätterprotal in Österreich

Film Fall Jägerstätter


„Der Fall Jägerstätter“ ist die authentische Geschichte eines einfachen Mannes, der es aus Gewissensgründen ablehnte, einer Wehrmacht zu dienen, die einen verwerflichen Krieg führte.
Zur Mediathek der Sendung:
Info zum Film

Rückblick zum Gedenken am 6. Juli 2013

Reinhard Herbolte, Pax Christi Berlin beim abschließend Gedenken an Franz und Franziska Jägerstätter

„Wenn ich es nicht getan hätte, hätte er niemand gehabt.“

Die Moderation lag in den Händen von Lothar Eberhardt, der mit der Geschichte der Gedenktafelinitiative einstieg. Die beiden Impulsgeber waren Franziska Jägerstätter, die Witwe des religiösen Kriegsdienstverweigerers und Bram Slaager, Rotterdamer und Zwangsarbeiter in Oberndorf am Neckar in den Mauserwerke schuften musste und Gewehrteile für die Kriegsmaschinerie der Nazi herstellte.
Er las aus dem Brief von Franziska Jägersätter (Pkt. 2 Geschichte)

Reinhard Naumann, Bezirksbürgermeister von Charlottenb.-Willmersdorf
Hier seine Rede

Jochen Schmidt von der Friedensbibliothek/Antikriegssmuseum Mitunterstützer der Gedenktafelintitive verlas die Grußworte von Peter Spintasch, Theologe und Comitee Maurice Bavaud, (schw. Hitlerattentäter) und von Hans Coppi dessen Redebeitrag für das Bündnis „Gegen das stille Entsorgen der Vergangenheit“ am RKG, einem Zusammenschluss von Einzelpersonen und Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz, die die Markierung dieses Ortes forder(t)en und stellte ihre Arbeit zu Franz Jägerstätter vor .
Grußwort von Peter Spinatsch download
Verlesener Redebeitrag von Hans Coppi download

Frau Sinner, die Tochter von Werner Lueben, der Richter der F. Jägerstätters Todesurteil unterzeichnet hat, führte ihr lebensgeschichtlichen Erfahrungen nach dem Tod ihres Vaters aus.

Den Abschluß bildete das Gedenken an Franz Jägerstätter mit eine Gedenkrede und das Gebet von Pax Chrisit Berlin.

Am Sonntag in der Gedenkkirche Regina Maria Martyrum stand der Gottesdienst im Zeichen von Franz Jägerstätter.
Die Ansprache und die Fürbitten Jägerstätter Gedanke zu Kriegsdienst

Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung von dem jungen argentinischen Violinisten José I. Davila, der das Jägerstätter Lied darbot und weitere Improvisationen:

Franz-Jägerstätter-Gedenken 6. Juli

Am Samstag, den 6. Juli 2013 um 15 Uhr findet unter dem Motto:

„Wenn ich es nicht getan hätte, dann hätte er niemanden
gehabt“

am 7o. Verurteilungstag von Franz Jägerstätter findet an der Gedenktafel an der Umfriedung des ehemaligen Reichskriegsgericht (RKG) in Berlin-Charlottenburg das diesjährig Gedenken statt. Das Zitat seiner Witwe Franziska Jägerstätter beschreibt trefflich ihre Beziehung und ist das Leitmotiv der Gedenkveranstaltung.
Im Juli 1997 wurde an der Umfriedung des Gebäudes nach längerer Auseinandersetzung die endgültige Gedenktafel, die an Franz
Jägerstätter und an die Opfer der NS-Militärgerichtsbarkeit erinnert, eingeweiht.

Franziska Jägerstätter hat das Vermächtnis ihres Mannes stets lebendig gehalten. Sie gingen gemeinsam durch das Dunkel der Zeit. Am 16. März 2013 ist sie wenige Tage nach ihrem 100.sten Geburtstag verstorben. Sie trug großen Anteil am »Blutzeugnis« ihres Mannes.


Seligsprechung Linz, OÖ, 2007

Ohne Franziska Jägerstätter wäre »ihr Franzl« nicht so berühmt geworden. Sie hat sein Lebenszeugnis bewahrt, seine Aufzeichnungen in den Schreibheften aufgehoben und so der Nachwelt erhalten. Sie hat sie dem »Gewissensforscher« Gordon Zahn zugänglich gemacht und Erna Putz die Biografie und die Herausgabe der Briefe ermöglicht.

Am 26. Oktober 2007, dem österreichischen Nationalfeiertag, wurde Franz Jägerstätter im Linzer Dom seliggesprochen. Die Institution Kirche würdigte Jägerstätters Kriegsdienstverweigerung in der Nazi-Zeit als ein Zeugnis des Glaubens.


Seligsprechung Linz, OÖ, 2007

Wer war Franz Jägerstätter

Franz Jägerstätter war ein österreichischer Kriegsdienstverweigerer im 2. Weltkrieg und Bauer aus dem oberösterreichischen St. Radegund im Innviertel unweit von Salzburg. 1936 heiratete er Franziska Schwaninger. Er stimmte zwei Jahre später als einziger im Dorf gegen den Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland. Im März 1943 erklärte er sein »Nichteinrücken zum Kriegsdienst«.
Er wurde wie alle Kriegsdienstverweigerer direkt nach Berlin ins Gefängnis Tegel überstellt.

Am 6. Juli 1943 vor dem höchsten NS-Militärgericht, dem Reichskriegsgericht in Berlin-Charlottenburg, wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt.

Am 9. August 1943 wurde Franz Jägerstätter mit weiteren 16 Kriegsgegnern auf dem Schafott im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.
Am 9. August 2013 wird dort gesondert gedacht.

Bedeutung für heute:
Franz Jägerstätter gilt nicht zuletzt in der US-amerikanischen Friedensbewegung durch sein überliefertes Lebenszeugnis neben Gandhi und Martin Luther King als einer der bekanntesten Repräsentanten des gewaltfreien Widerstandes.

Gedenkveranstaltung:
Samstag , 6. Juli um 15 Uhr in Berlin
Ort: ehem. Reichskriegsgericht (RKG), heute „Atrion am Lietzensee“, in Berlin-Charlottenburg Witzlebenstrasse 4-10 /Witzlebenplatz direkt vor der Gedenktafel statt.

ÖPNV.
U 2 Sophie Charlotte Platz, S-Bahn Charlottenburg und Bus: Amtsgericht, 309, M49, X34

Redebeiträge
Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann,
Dr. Georg Locher, Direktor des Österreichischen Forums Berlin
sowie inhaltliche Beiträge der Gedenktafelinitiative Franz Jägerstätter

Musikalischer Umrahmung: Jose Ignacio Davila.

Kontakt: Lothar Eberhardt, lebgut@web.de m.: 0176 965 03 573

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Gedenkkirche Maria Regina Martyrum
Sonntag, 7.7.13 ist um 10 Uhr
Heckerdamm 232 13627 Berlin-Plötzensee Messe zu Ehren
Jägerstätters unter inhaltlicher Mitgestaltung von Pax Christi, Berlin

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Pressemitteilung der Beteiligten:

Gedenktafelinitiative Franz Jägerstätter
http://oberndorfgedenken.de/PE%20FJ%20Gedenken.pdf

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf:
www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/presse/archiv/20130626.1315.386481.html

Österreichisches Kulturforum Berlin:
www.kulturforumberlin.at/veranstaltung/Event/show/franz-jaegerstaetter/